Grundlagen der Anwaltsvergütung

Höhe

 

Die Höhe der anwaltlichen Vergütung ergibt sich entweder aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) oder aus einer Vergütungsvereinbarung. Vergütungsvereinbarungen sind außergerichtlich statt der Abrechnung der gesetzlichen Gebühren immer möglich. Es sind jedoch die Regelungen der §§ 49b BRAO und 3a ff. RVG zu beachten. In gerichtlichen Verfahren jedoch können die gesetzlichen Gebühren nicht durch Vereinbarungen unterschritten werden. Die Vereinbarung einer höheren als der gesetzlichen Vergütung ist jederzeit möglich und findet ihren Ausdruck z.B. in der Definition einer zusätzlichen Erfolgsprovisionierung des Anwalts.

 

Gesetzliche Gebühren

 

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz besteht zunächst aus dem Gesetzestext und zusätzlich dem Vergütungsverzeichnis. Der Gesetzestext enthält die allgemeinen gebührenrechtlichen Vorschriften, das Vergütungsverzeichnis die einzelnen Gebührentatbestände. Im zivil-, verwaltungs- und sozialrechtlichen Bereich berechnen sich die Gebühren nach dem Gegenstandswert oder nach einem festen Betragsrahmen. Durch dieses System aufwandsunabhängiger Vergütung soll die so genannte Quersubventionierung gewährleistet werden: Mandate mit hohem Gegenstandswert sollen finanziell den im Verhältnis hohen Arbeitsaufwand bei Mandaten mit geringem Gegenstandswert, die für den Anwalt häufig ein betriebswirtschaftliches Verlustrisiko bedeuten, ausgleichen.

 

Mehr Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Bundesrechtsanwaltskammer oder dem Anwaltsgebührenrechner

Hier ein paar Beispiele für den schnellen Überblick:

 Beispiele € netto  Außergerichtlich Gerichtlich 1.Instanz  

Gegenstandswert

bis

1,5 Geschäftsgebühr  1,3 Verfahrensgebühr  1,2 Terminsgebühr
   1.000  120,00  104,00  96,00
   5.000  454,50  393,90  363,60
 10.000  837,00  725,40  669,60
 50.000  1744,50  1511,90  1395,60

Die vorstehenden Beispiele beziehen sich auf eine die anwaltliche Gebühr ohne Umsatzsteuer und ohne Auslagen. Mit dem Gebührensatz ist nicht nur die Arbeit des Rechtsanwalts bezahlt, sondern auch der gesamte Geschäftsbetrieb des Anwalts wird hierüber finanziert. Aus Platzgründen sind besondere Gebührentatbestände wie Betragsrahmengebühren im Strafrecht oder eine Eingungsgebühr, aber auch die entstehenden Kosten für das Gericht nicht eingearbeitet. 

 

Gerade aber in der Vertragsgestaltung wird angesichts meist hoher Gegenstandswerte, die häufig auch nur schwer zu definieren sind, regelmäßig Abrechnung nach Stunden gesondert schriftlich vereinbart, die je nach Schwierigkeit, aufgewendetem Fachwissen und Haftungsrisiko des Anwalts stark variieren können.

 

Wir geben Ihnen vor Mandatsbearbeitung im ersten Beratungsgespräch in der Regel eine Kostenschätzung, um das sog. Prozesskostenrisiko abschätzen zu können.

Beratungshilfe/Prozesskostenhilfe

 

Selbstverständlich haben Sie auch einen Anspruch auf Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe, wenn Sie die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllen.

 

Beratungshilfe beantragen Sie bitte bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht und legen den Beratungshilfeschein dem Anwalt Ihres Vertrauens vor.

 

Prozesskostenhilfe können Sie auch über uns beantragen. Hierzu benötigen wir den von Ihnen vorausgefüllten Prozesskostenhilfeantrag. Gerade in Scheidungsverfahren ist dieses ein probates Mittel für viele Menschen, die sich ansonsten eine Prozessvertretung nicht leisten könnten.

Vergütung in der Steuerberatung

Die Vergütung in der Steuerberatung ist vorwiegend in dern Steuerberatervergütungsverordnung festgelegt. Für viele Tätigkeiten bieten wir aber auch Stundensätze oder Pauschbeträge an.

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