Neue Grundsteuer - Bescheide ab 2024

Akuter Handlungsbedarf für alle Grundeigentümer 2022

2018 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die bisherige Art der Bemessung der Grundsteuer nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, schon weil dabei Einheitswerte zugrunde gelegt werden, von denen die jüngsten aus dem Jahr 1964 stammen (nämlich im Westen der Republik). In den ostdeutschen Ländern sind sie gar von 1935. Seitdem hat sich der Wert der Grundstücke jedoch stark verändert. Im Ergebnis fallen für gleichartige Grundstücke daher teils unterschiedliche Steuern an – das verstößt gegen das Gleichbehandlungsgebot.
 

Ab 2025 muss die neue Steuer bezahlt werden. Dazu werden nun Daten erhoben, die Abgabe der Steuer beginnt zum 1. Juli. 2023 dann müssen die Ämter die neuen Grundsteuerwerte und Steuermessbeträge festlegen. 2024 passen die Kommunen die Hebesätze an, so dass die ersten Bescheide vermutlich ab 2024 verschickt werden.

Sie als Steuerpflichtiger müssen bei der Ermittlung des Grundsteuerwerts die Daten liefern, etwa die Grundstücksfläche und das Alter des Gebäudes. Und weil dafür nicht viel Zeit bleibt, raten wir zur Eile: Je nach Einzelfall müssen die Eigentümer Daten bei verschiedenen anderen Behörden einsammeln. Die werden vermutlich schnell überlastet sein, sodass die Antworten auch mal länger dauern können.

Die Abgabefrist endet trotzdem am 31.10.2022.

Vielleicht wird die Abgabefrist auch noch einmal verlängert, sicher ist das aber keineswegs, daher lohnt sich eine frühzeitige Klärung der Datenlage zu Ihrem Grundstück.Wir meinen, dass das in jedem Fall eng werden wird, vor allem, weil die Ämter selbst noch nicht bereit sind und daher hat z.B. Bayern bereits Steuerformulare in den Finanzämtern ausgelegt.

Allerdings gelten diese bayerischen Formulare nicht für Immobilien außerhalb Bayerns. Der Immobilienbesitzer aus Memmingen mit einer Wohnung in Berlin tut sich da also nicht leichter. Vor Allem auch deswegen, weil die Regelungen in den verschiedenen Bundesländern auch noch unterschiedlich sind:

  • Die Mehrzahl der Bundesländer folgt dem sogenannten Bundesmodell, das der Bund vorgeschlagen hat. Leider ist das auch das komplizierteste. Unter anderem muss die Nettokaltmiete angegeben werden, die Wohnfläche, das Baujahr des Hauses, der Bodenrichtwert und die Grundstücksfläche. Dabei gelten unterschiedliche Messzahlen für gewerbliche und Wohngebäude.

  • Wie ein Gegenentwurf liest sich das System in Bayern. Hier spielen Grundstücks- und Gebäudeflächen die Hauptrolle. Mithilfe der Steuermesszahl sorgt der Freistaat dafür, dass Wohnimmobilien günstiger wegkommen als Gewerbebauten.

  • Hamburg hat ein ganz ähnliches Flächenmodell, nur dass die Steuermesszahl die Lage des Gebäudes berücksichtigt.

  • Hessen und Niedersachsen haben ebenfalls Bayern als Vorbild, rechnen aber noch den Bodenrichtwert mit ein. Der Bodenrichtwert ist schon lange ein Hilfswert bei der Wertermittlung von Immobilien und wird regional von sogenannten Gutachterausschüssen festgelegt. Der Wert wird auf Basis vieler Grundstücksverkäufe regelmäßig angepasst.

  • Das Saarland und Sachsen nutzen das Bundesmodell als Grundlage, verwenden aber eine andere Steuermesszahl.

  • Baden-Württemberg multipliziert die Grundstücksfläche mit dem Bodenrichtwert. Die Art der Bebauung beeinflusst die Steuermesszahl.

 

Wir helfen Ihnen gerne, Sie brauchen

  • Ihre Steuernummer;

  • Lageinformationen, etwa Gemarkung oder Flurstück;

  • die Wohn- oder Nutzfläche;

  • das Baujahr, wobei teilweise mitunter das Jahr einer Kernsanierung auch als Grundlage zählt, weil es die Nutzungsdauer verlängert.

 


Anrufen

E-Mail

Anfahrt